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leraustausch mit China

 

 
Unsere Reise - Tag für Tag

Tag 1: Mittwoch, den 13. Oktober 2004
Heute ging es endlich los! Um 8.27 Uhr fuhren wir mit dem Zug nach Köln. Davor hatten wir uns am Bahnhof in Horrem getroffen. Da viele Leute zur Arbeit fuhren, gab es ein riesiges Gedränge im Zug nach Köln.

Dort mussten wir das Gleis wechseln, um mit dem Zug nach Stuttgart zu fahren. Der Zug hate fünf Minuten Verspätung, und als wir eingestiegen waren, mussten wir unser Gepäck abstellen - was bei den doch relativ schweren Koffern nicht so einfach war. Herr Reinhardt erinnerte daran, dass wir Protokolle schreiben müssen. In Bonn stieg dann eine Gruppe älterer Leute ein. Diese hatte ein Problem mit unserem Gepäck, da diese zum Teil auf ihrer Ablage lag. Aber es war ja auch noch Platz über den anderen Sitzen. Die Leute haben sich dann darüber aufgeregt, dass wir den ganzen Platz eingenommen häten. Viel Ärger um nichts! Beim Umsteigen in Stuttgart hat Herr Reinhardt seinen grossen Koffer im Zug vergessen. Er hat ihn jedoch wiedergefunden. Die Tickets waren zum Glück aber da. Der Zug nach München war genau am entgegengesetzten Gleis. Wir haben uns daraufhin in zwei Gruppen aufgeteilt. Alles war in Hektik und der Schaffner hat den Müll für Herrn Reinhardt entsorgt- "Ein schöner Zug der Bahn"!

Beim dritten Umsteigen in Pasing ( Vorort von München) sind wir wieder voll in den Berufsverkehr geraten. In der S-Bahn mussten wir etwa eine halbe Stunde bis zum Flughafen stehen.

Dort angekommen sind wir dann erst einmal zur Gepäckaufgabe und zum Check-in und alle Koffer sind ohne Zuzahlung durchgekommen. Herr Reinhardt und Herr Brosius haben sich aufgeregt, weil sie leider keinen Platz am Notausgang und in der inneren Sitzreihe bekamen. Dann sind wir zu Kontrolle des Handgepäcks gegangen. Felix musste seine Schere wegschmeissen. Jessicas Zirkel ist aber durchgekommen.

Nach der Passkontrolle sassen wir erst mal am Eingang und hatten uns in zwei Schichten aufgeteilt, damit jeder noch etwas einkaufen gehen konnte. Um 18.45 Uhr sind wir endlich an Board gegangen. Herr Reinhardt hat es ( durch Bestechung) geschafft, sich drei Sitze zu verschaffen. Zum Abendessen gab es Schwein oder Hühnchen. Das Essen war relativ gut. Die Stewardessen sind auch öfters mit Getränken herumgegangen, was angenehm war. Dagegen waren die Durchsagen sehr undeutlich und man hat nur einzelne Worte verstanden.

Tagesprotokollant:
Carola

Tag 2: Donnerstag, den 14. Oktober 2004
Die Ersten von uns wachten um 2 Uhr MEZ auf und bewunderten den Sonnenaufgang über den Schneebedeckten Bergen Sibiriens.

Um vier Uhr deutscher Zeit gab es chinesisches oder westliches Frühstück. Dann flogen wir über die Wüste Gobi nach Peking. Von da aus ging es ohne Schlaf weiter nach Shanghai. 

In Shanghai fuhren wir mit dem bus zu unserem Hotel und sahnen auf der Fahrt "kleine" Hochhäuser, in denen sich eher günstig lebt, da sie nicht unmitelbar im Zentrum stehen. Wir würden dazu allerdings "hohe" Hochhäuser sagen, so hoch wie wir sie aus Köln kennen. Im Strassenverkehr scheint es kaum Regeln zu geben, zumindest hält sich niemand an sie, aber das ausnahmslos. Im Zentrum Shanghais kostet ein Quadratmeter Wohnfläche zum Kauf ca. 1000 Euro, zur Miete ist es aber generell teuer, daher sind hier Eigentumswohnungen sehr beliebt und häufiger vorhanden als Mietwohungen.

Als es dunkel wurde, fuhren wir zum "Bund", so heisst die Uferpromenade, die gegenüber Pudong, dem Bankenviertel Shanghais liegt, von wo aus man die bekannte Skyline betrachten kann. Und wirklich allen (!) fehlten die Worte, so etwas Schillerndes, Grosses und vielleicht ein bisschen Unwirkliches hatte bestimmt noch nie einer von uns gesehen. Der weltbekannte Fernsehturm in verschiedenen Farben und Mustern leuchtend, der riesige Jin Mao Tower, in dem ein Hyatt Hotel ist, und das sich im Bau bedindeliche bald höchste Gebäude der Welt. Am Monument für die drei grössten Kriege Chinas trafen wir uns wieder und machten dann einen Spaziergang durch eine der grössten Einkaufstrassen, die sich mit ihren Lichtern sicher mit Strassen in Las Vegas oder Piccadilly Circus in London vergleichen lässt, auch hierfür fehlten allen (!) die Worte .. Herr Mao, unser Stadtführer und Dolmetscher, führte uns in ein Restaurant, in dem wir eine grosse Attraktion waren. Wir assen viel und mehrere Gänge und merkten dabei, dass viele Vorurteile gegenüber chinesischem Essen nicht zutreffen. Danach fuhren wir mit der Metro zurück, für nur 3 Yuan, umgerechnet fast nur 30 Cent. Als wir alle im Hotel ankamen waren wir heilfroh ins Bett und schlafen zu dürfen.

Tagesprotokollant:
Bianca

Tag 3: Freitag, den 15. Oktober 2004
Heute Morgen hiess es um 7 Uhr aufstehen, Ich und Felix haben prompt verschlafen, also musste das Frühstück für uns ausfallen. Zuerst ging es dann ins Stadtplanungsmuseum, wo wir eine von Herr Mao übersetzte Führung hatten. In der Eingangshalle stand ein Miniaturmodell mit den wichtigsten Gebäuden der Stadt. Der Fernsehturm der Stadt wird " Perle des Ostens" genannt und ist der dritthöchste Fernsehturm der Welt. Im Museum sind Bilder der Uferpromenade von 1882, 1923 und 1940, die sich seitdem nicht mehr verändert haben. Es gibt hier ausserdem ein Modell der Stadt, wie sie 2020 aussehen soll. Die vielen Gebäude, die in Planung sind, sind weiss. Das Expo- Gelände für 2010 hat eine Fläche von 5,4 km2. Die Immobilien sind fast alle in Händen von Privatpersonen. Der Boden gehört dem Staat und kann nicht verkauft werden, mit einer Genehmigung darf er aber bebaut werden. Jedes Hochhaus in Shanghai sinkt im Jahr etwa 5 cm ab, daher werden sie auf Stützen gebaut, die bis auf den Felsen in die Erde gerammt werden. Die Stadt hat zwei Flughäfen, der neue ist seit 1997 im Bau und wird in spätestens zwei Jahre fertig sein; hier können 100.000.000 Gäste starten und landen. Ein grosser Hafen ist mitten im Meer geplant. Er soll mit einer 31 km langen Brücke mit dem Festland verbunden werden. In Shanghai gibt es eine 30 km Lange Transrapid- Strecke. Es war eine weiter 200 km lange Strecke geplant, die aber aus Kostengründen nicht gebaut wird. In der Stadt ist alles auf die Zukunft ausgelegt und selbst die Altstadt wird komplett abgerissen.

Nach dem Museumsbesuch waren wir in einer Strasse, in der Pinsel und Schreibzeug verkauft wurden, da hatten wir eine Stunde Freizeit. Leider waren die meisten Läden "Touri- Abzock- Geschäfte". Danach fuhren wir mit der Metro nach Pudong, dem Bankenviertel der Stadt. Dort sind wir ins Jin Mao Building gegangen, wo wir im 54. Stock einen Kaffee getrunken haben. Dort hat man einen tollen Ausblick. Danach sind wir mit dem Transrapid 430 km/h schnell gefahren. Mit dem Transrapid haben wir zum Flughafen sieben Minuten gebraucht; mit dem Bus zurück brauchten wir 1,5 Stunden.

Im Anschluss daran gingen wir in den "Super Grand Supermarkt", das grösste Kaufhaus Asiens. In der Mall gab es nichts besonderes; also lassen wir das weg. Danach ging es endlich ins Bett.

Tagesprotokollant:
Holger

Tag 4: Samstag, den 16. Oktober
Heute Morgen fuhren wir zum Bund, wo wir viele Gruppen sahen, die dort Sport machten. Es werden verschiedene Sportarten wie Tai Chi, Tanzen, Gymnastik, Schwertkampf, und vieles andere dargeboten. Die Gruppen kommen teilweise bis zu einer Stunde angereist, um dort in der Öffentlichkeit Sport zu treiben. Dies geschieht immer in Gruppen, die meist aus Nachbarschaftsgemeinschaften alter Leute bestehen. Einige lassen auch Drachen steigen, die teils soweit entfernt waren, dass ich sie selbst mit Zoom nicht erspähen konnte.

Danach gingen wir in den Vogelpark, wo auch Leute Sport treiben. Dort trafen wir eine ältere Frau, die ganz verrückt danach war fotografiert zu werden. Diese Frau konnte die tollsten Verrenkungen, wie zum Beispiel das Bein gerade an einem Baum hochlegen. Als wir mit ihr fertig geplaudert hatten, gingen wir weiter, wobei wir einen Tanzkurs fanden, bei dem einige Mädchen bei dem Rhythmus gleich mit tanzten, was die konservativen Chinesen erst leicht zu wundern schien, da zwei Mädchen zusammen tanzten. Später wurden sie dann auch von Chinesen zum Tanz aufgefordert. Herr Reinhardt tanzte mit einer Chinesin, die ihm nicht einmal bis zur Brust ging. Das war ein lustiges Bild.

Danach gingen wir zum Frückstück. Herr Reinhardt entdeckte auf dem Weg einen Stand mit Handytaschen. Dort wollte er eine für 5 Yuan kaufen, als er dem Händler einen Zehner gab, steckte der Chinese diesen schnell ein. Das sind Geschäfte in China. Danach ging wir in ein kleines Cafe, das Herr Reinhardt noch aus seiner Zeit in China kannte. Danach fuhren wir mit dem Bus zu einer Brücke über den Huang Pu. Der Busfahrer fuhr wie der Henker. Von der Brücke hatten wir einen tollen Ausblick über Shanghai. Danach fuhren wir in die Altstadt Shanghais, die in den nächsten Jahren leider komplett abgerissen wird, um Bauplatz zu schaffen. Die Altstadt hat schöne, enge und lebhafte Gassen, in denen viele Menschen sind und man fast alles kaufen kann. Dort wurde auch in kleinen Gruppen zu Mittag gegessen.

Hinterher machten wir eine Hafenrundfahrt, auf der wir tolle Eindrücke von der Stadt bekamen. Im Anschluss daran fuhren wir ins Shanghai- Museum, wo es tolle Ausstellungen gab zum Beispiel zu dem Themen Kleidung, Möbel, Jade, Porzellan und Kalligraphie.

Danach gingen wir in eine grosse Mall und haben dort zu Abend gegessen. Schliesslich fuhren wir ins Hotel, wo wir noch ein Meeting hatten. Danach war Schluss.

Tag 5: Sonntag, den 17. Oktober
Um 8:00 Uhr wollten wir losfahren, aber wegen einer kleinen Panne (gewisse Typen haben verschlafen) fuhren wir erst um 8:20 Uhr ab.

Da Stau war, kam unsere Gruppe erst um 12 Uhr in Suzhou an. Während der Fahrt haben wir noch einmal besprochen, wie und wo die Referate gehalten werden sollten. Zuerst waren wir beim " Garten des Meisters der Fischernetze", einem etwa 0.5 ha grossen Garten. Dort haben wir uns auch das Referat über Suzhou angehört, welches sehr gut und ausfürhlich war. Danach haben wir in einem eher westlichen Restaurant gegessen. Später waren wir in der Seidenspinnerei, wo uns Herr Chen, unser Reiseführer für Suzhou, die einzelnen Stufen von der Seidenraupe bis zur Seidenbettdecke erläutert hat.

Ausserdem waren wir noch im "Garten der Löwen", der von dem Gebäudekomplex her etwa gleich aufgebaut war wie der " Garten des Meisters der Fischernetze", aber im Grund ein Irrgarten aus Stein mit weniger Pflanzen ist. Der Garten trägt seinen Namen, weil in den Steinformationen um die 500 Löwenstatuen zu erkennen sind.

Am Abend sind wir dann zum Hotel gekommen und bis 9 Uhr haben wir nun Freizeit, danach proben wir für den Vorstellungsabend.

Tag 6: Montag, den 18. Oktober
Nachmittags gegen 14 Uhr verliessen wir das Restaurant in Hangzhou, um zum bekannten Westlake zu fahren. Eigentlich war eine Fahrt in kleinen Booten geplant, doch da es sehr windig war, hätten wir höchstens ein grosses Touristenboot nehmen können. Wir entschieden uns also, stattdessen eine Stunde im Park zu verbringen. In den üblichen Grüppchen erkundeten wir also die Anlage, die anfangs wie ein ganz gewöhnlicher Park aussah. Im hinteren Teil befanden sich jedoch schöne Pavillons und Wasserläufe, im Hintergrund hörte man typische chinesische Musik und am Ufer liefen sogar ein paar Pfauen herum. Ein Gruppenfoto vor dem See blieb uns natürlich nicht erspart ...

Anschliessend fuhren wir weiter zur " Pagode der sechs Harmonien". Von aussen konnte man 13 Stockwerke zählen, man konnte jedoch nur bis ins siebte hinaufsteigen. So entstand auch der Name der Pagode, da genau sechs Stockwerke - die Sechs ist in Chna eine Glückszahl! - nur " Fassade" war. Für uns war sie insofern ein Muss, als dass sie auch auf unseren Austausch T-shirts abgebildet war. Die 50 m hohe Pagode wurde ungefähr im Jahre 900 n. Chr. errichtet und war ursprünglich Teil eines Klosters, welches jedoch im Laufe der Zeit komplett zerstört wurde. Auch bei der Pagode handelte es sich " nur" num eine 40 Jahre alte Nachbildung.

Früher diente der Bau als Leuchtturm für Schiffe, als Bibliothek für Buddhisten und zur Aufbewahrung von Reliquien. Heute ist sie in erster Linie Aussichtsturm für Touristen.

Natürlich gingen wir die 227 Stufen bis zum siebten Stockwerk auch hoch, um den Blick auf Hangzhou zu geniessen und natürlich Fotos zu schiessen.

Gegen 16:30 Uhr fuhren wir zurück zur Schule, wo uns die AustauschschülerInnen um 17:00 Uhr abholten. Das restliche Tagesprogramm regelten dann die Gastfamilien, wobei sich ein Grossteil der Gruppe abends wieder im Shopping Center traf ...

Tagesprotokollant: Katja

Tag 8: Mittwoch, den 20. Oktober 2004
Morgens um 7:30 Uhr ging der Unterricht los. Als erstes besuchten wir den Erdkundeunterricht, in dem die Britisch Isles besprochen wurden. Danach hörten wir den Musikunterricht, in dem die Pekingoper behandelt wurde und das ganze wurde mit einer beeindruckenden Gesangseinlage der Musiklehrerin abgeschlossen.

Um 9:45 Uhr besuchten wir das Museum für Miniaturschnitzereien - das einzigste in China. Dort wurden wir vom Leiter des Museums Herrn Feng geführt, der selber zu den 21 Miniaturschnitzern Asiens zählt. Es war sehr beeindruckend zu sehen wie teilweise auf Haaren (0,002 mm Durchmesser) ganze Gedichte perfekt lesbar geritzt waren. Herr Feng hat auch das mit fünf Seiten kleinste Buch der Welt, nur durch ein Mikroskop sichtbar, " geschrieben". Zum grössten Teil bringt man die Miniaturschnitzereien auf Elfenbein an. Wir sahen aber auch ein Sandkorn, aus dem ein anderer Künstler einen Pandabär geschnitzt hat.

Um 11:15 Uhr fuhren wir dann zum Landwirtschaftszentrum. die dort profuzierten Blumen werden in ganz China verkauft. Das gesamte Gelände umfasst 5000 ha, was wieder einmal zeigt, in welchen Grössenordnungen China denkt, bzw. denken muss.

Um 12:00 Uhr haben wir dass beeindruckende Landwirtschaftszentrum wieder verlassen, um zum Mittagsessen zu fahren.

Nachmittags besuchten wir das Dorf Hangmin. Nach einer etwas längeren Fahrt kamen wir an einem Hotel an, wo uns eine Vertreterin des Staates empfing.

Sie erläuterte bei einer Art Teezeremonie, in einem Konferenzraum, den wirtschaftlichen Aufschwung des Dorfes. Das Dorf besteht aus Häusern, dessen Bau der Staat festlegt. Zur Zeit wohnen 1000 Einwohner, 300 Familien dort. Ein Haus in diesem Dorf besteht aus drei Etagen, und kostet ca. 260,000 Yuan (wobei 10 Yuan umgerechnet 1 Euro sind). Dies erklärte uns eine Frau, in deren Haus wir für einige Minuten zu Gast waren. Nach guter Sitte zogen wir die Schuhe aus, aber die gute Frau liess es sich nicht nehmen, uns die Schuhe wieder anzuziehen! Nachdem man sich geeinigt hatte, liessen wir unsere Schuhe aus und besichtigten die ziemlich normal (westlich) eingerichtete erste Etage!

Das Dorf bekommt immer mehr Zuwachs, denn der wirtschaftliche Aufschwung macht es sehr populär.

Es sind schon 20 Fabriken gebaut worden, die hauptsächlich Textilien herstellen. Nur noch 700 ha werden landwirtschaftlich von Wanderarbeitern bearbeitet. Das Dorf versorgt sich damit selbst und exportiert nichts von den landwirtschaftlichen Produkten. Doch auch in den Fabriken arbeiten viele Menschen, die nicht aus dem Dorf kommen. Die erste Fabrik wurde 1979 gebaut. Die Rohstoffe werden aus vielen Provinzen importiert, dann zu Textilien verarbeitet und wieder exportiert. Die Firmenwerte liegen bei bis zu 2,9 Milliarden Yuan und die Firmen beschäftigen bis zu 10.000 Arbeitskräfte. Das Einkommen einer Arbeitskraft betrug im letzten Jahar 25.000 Yuan. Das Dorf verdient viel an Steuern und baut daher viele öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, ( einen haben wir sogar besucht, jedoch haben die Kleinen geschlafen), ein Schwimmbad ( im Winter als Skaterhalle genutzt), ein Theater und noch einen Treffpunkt für Jung und Alt, wo neben Sport noch weitere Freizeitgestaltungen angeboten werden. Nach unserem Besuch waren wir beeindruckt. Natürlich gibt es auch Schulen im Dorf. Die Schulpflicht ist 16 Jahre lang, aber wird schon ab dem Kindergarten angerechnet. Das Dorf zahlt alle Ausbildungskosten.

Als die Führung dann zu Ende war, wollten wir natürlich auch die grosse WElle (Boren) am Qiantang Fluss sehen. Der Fluss ist nach Osten ausgerichtet und die Gezeiten machen sich im Sommer bis weit in die Flussmündung, die wie ein Trichter wirkt, bemerkbar. Dies ergibt Wellen, die bis zu 10 m hoch sind und sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h ins Landesinnere bewegen. Wir fuhren zu einem befestigen Ufer und uns wurde gesagt, die Welle käme erst etwas später. So erhielten die Schüler die Erlaubnis, sich ein wenig die Beine zu vertreten. Als die Zeit herum war, erwarteten wir gespannt die Welle. Herr Reinhardt ging sogar bis ans Ufer. Herr Mao, unser Reiseleiter meinte etwas durchs Fernglas zu sehen und Herr Reinhardt musste seinen Platz räumen, da es einfach zu gefährlich geworden wäre. Aber zu unser aller Enttäuschung kam die Welle nicht und Herr Brosius meinte nur noch, dass das alles vielleicht nur eine Legende sei! Damit war der Nachmittag für uns erledigt. Wir fuhren zur Schule zurück und mit unseren Austauschpartnern nach Hause!

Tagesprotokollanten: Felix und Nico

Tag 9: Donnerstag, den 21. Oktober 2004
Heute Morgen haben wir uns wieder in der Schule getroffen und sind dann zum Unterricht gegangen. Es stand English auf dem Stundenplan. Das Thema der Stunde war HIV und Aids. Das war schon fast Aufklärung im English Unterricht. Der Unterricht war wie immer multimedial durch Power point unterstützt. Um 8:20 Uhr sind wir dann zum Sportunterricht gegangen. Am Anfang standen alle Schüler in einer Reihe und machten Formationsübungen.

Zum Aufwärmen liefen sie in Zweierreihen im Kreis und fanden sich auf Zuruf des Lehrers zu Gruppen zusammen. Jeder, der keine Gruppen hatte, musste zwei Liegenstützen machen. Danach bildeten sie wieder eine Formation und machten auf "Pfiff" des Lehrers Gymnastik.

Anschliessend ging es dann zum eigentlichen Unterrichtsthema, dem Hürdenlauf. Diesen hat der Sportlehrer anhand von Fotos der Olympiaathelethen erklärt. Nachdem diese Unterrichtssession beendet war, liess der Lehrer die Schüler einen Staffellauf machen, wobei Holger und Felix mitmachen mussten, um zwei kranke Chinesen zu ersetzen. Am Ende der Stunde machte der Lehrer noch lockerungs und Entspannungsübungen mit den Schülern und beendete den Unterricht.

Danach sind wir in einen Themenpark gefahren, der mich stark an Chinatown erinnerte. Es war ein sehr grosser Park, der einen eigenen Tempel, eine Pagode und einen Nachbar der Chinesischen Mauer hat. In dem Tempel wird morgens und abends je ein Gottesdienst abgehalten. In dem Park gibt es einen Jadebuddha, der sechs Meter lang und 2.3 Meter hoch ist. Er ist aus einem einzigen Stück Jade gefertigt. Nachdem wir diesen gesehen haben, sind wir in einen unterirdischen Gang eingetreten, dessen Boden vergoldet war. Am Ende dieses Ganges war eine Goldene Kuppel, in der viele kleine Buddhas standen.

Hinterher hat Herr Reinhardt uns gezwungen, auf die Pagode zu steigen. Bis zur Pagode waren es 339 Stufen, in der Pagode 189 auf sieben Stockwerke verteilt. Die meisten waren hinterher richtig k.o. Auf dem Weg zum Mittagessen haben wir die grösste Glocke Chinas gesehen, bei der man 5 yuan bezahlen muss, um sie anschlagen zu dürden.

Gegen halb drei kamen wir in Shulan an, um einen landwirtschaftlichen Betrieb zu besuchen. Das Besondere an diesem Betrieb war nicht nur die Grösse und die Vergangenheit diese Landstrichs, sondern auch, dass eine Frau dort Managerin ist. Insgesamt nahm dieser Betrieb eine Fläche von 1200 Hektar ein, davon werden 800 genutzt um Gemüse anzubauen. Auf 400 Hektaren wird Reis angebaut.

Wir bekamen die interessante Geschichte dieses Ortes erzählt: vor 1993 lag noch alles unter Wasser. Damals stellte sich heraus, dass man mehr Boden für Landarbeit brauchte und weil der Boden von Shulan sehr nährstoffreich und fruchtbar ist, schaute man sich das holländische Prinzip ab: durch Kanäle, Steine und Erde legte man den Boden trocken. Wie man sich vorstellen kann, war diese ganze Prozedur sehr teuer; so teuer, dass man uns keinen Preis genannt hat. Wie schon den ganzen Tag begletet uns das übliche Fernsehteam und schon verwandelte sich Herr Reinhardt in einen Regisseur, der uns ordentlich in Szene setzte. Es wurden atemberaubende Aufnahmen im Kohlfeld gemacht; auf einem Süsskartoffelacker zogen Katja, Maren, Nico und Tobias eine dieser Feldfrüchte heraus, um sie dann im Fernsehen zu bestaunen. Die Süsskartoffeln sind überigens heisbegehrt in China ( man kann sie an fast jeder Ecke kaufen) und dementsprechend ist der Preis, den Städte wie Shanghai und Peking zahlen müssen, um Süsstartoffeln aus Shulan zu kriegen. Um der Gruppe ein Gefühl von hartem Leben zu vermitteln, wurde Nico ( von Herr Reinhardt) trotz Krankheit auf ein Feld geschickt, um dort ein Joch zu tragen, gefüllt mit Erde. Unter der brenneenden Sonne schleppte er sich mühsam dahin, stolperte, taumelte, über unseren Köpfen kreisten die Vögel: diese Bilder hätten aus einem schlechten bis mittelmässigem Hollywood- Film stammen können. Zumindest ging uns durch dieses Demutspraktikum auf, dass das Leben als chinesischer Landarbeiter bestimmt nicht besondert lustig ist. Und in Shulan wird viel mit der Hand gemacht. Das ist, wie die Managerin uns erklärte, nicht so modern wie der Betrieb, den wir am Vortrag erkundet haben, und sieht nicht so schön aus. Ganz davon abgesehen ist es sher viel anstengender. Trotzdem ist die Vielzahl der angebauten Pflanzen beeindruckend: Chinakohl, Reis, japanische Karotten, Süsskartoffeln, Chilis, Gurken, Kürbisse ... Um 15:20 Uhr brachten wir auf und entschieden mehr oder weniger demokratisch, den Wellenflop ein weiteres Mal zu wiederholen. Diesmal stiess Herr Reinhardt allerdings auf heftigen Protest. Viele von uns sollten pünktlich zurück in der Schule sein, ausserdem war die Welle mit 90%iger Wahrscheinlichkeit eh schon weg! So ging es immer hin und her, bis wir resigniert und ohne die Welle gesehen zu haben um halb fünf in der Schule ankamen.

Tagesprotokollant: Polly und Sarah

Tag 10: Freitag, den 22. Oktober
Wie immer haben wir uns im Meeting- Raum getroffen und sind um halb acht in den Unterricht gegangen, diesmal in den Computerraum. Der Lehrer erklärte den Schülern mit Hilfe eines an die Wand projezierten Bildschirms das Computerprogramm Visual Basic. Sie sollten eine Folie erstellen und immer, wenn der Lehrer etwas erklärt hatte, sollten die Schüler probieren, es selbständig an ihren Computern nachzumachen. Jasmin war wohl die einzige, die es geschafft hat, sich in einem Chaos von chinesischen Zeichen zu recht zu finden, aber sie hat auch mathematische Informatik. In der zweiten Stunde hatten wir zum letzten Mal Englishunterricht, dass wir mit den Chinesen vermischt sassen. Das Thema der Stunde waren die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Die Lehrerin sprach über die Vorbereitungen, die getroffen werden müssen und wie die Besucher China besser kennen lernen können. Dazu ging sie mit den Schülern die Sehenswürdigkeiten von China durch, wie Peking mit der Grossen Mauer, Xi'an, Shanghai, Hongkong und Macao. Zwischendurch wurden auch einige von uns daran genommen und als Belohnung hat die Lehrerin Schokolade verteilt. Terach hat sogar ein kleines Stück aus der Peking Oper gesungen.

Nach dem Unterricht haben alle zusammen Dumplings gebacken. Erst sollte man sich die Hände waschen, dann die kleinen Teigtaschen nehmen, mit Schweinefleisch füllen und zusammenfalten. Einige bastelten richtige kleine Kunstwerke aus ihren Dumplings. Am lustigsten aber war die "Fotosession", die nebenher lief. Die chinesischen Austauschschüler wollten unbedingt noch mit allen Fotos machen, besonders mit den "grossen Jungs".

Anschliessend wurden die Dumplings in einen grossen Topf geworfen und zum Mittagessen haben wir sie dann alle vertilgt.

Nach dem MIttagsessen fingen die Chinesen an, die Adressen der Deutschen zu sammeln, die natürlich kurz Hand mitmachten und wiederum die Adressen der Chinesen gesammelt haben. Es ging rund umher bei der Busfahrt zum Rathaus Hangzhous, vor dem ein schönes Gruppenfoto gemacht wurde. Das war um etwa 12:15 Uhr, danach sind wir zu einem Supermarkt namens " Times extra" gefahren, wo wir bis 13:15 Uhr mit unseren Austauschpartnern zum Shoppen durften. Dann ging es zum "Investment Guide", einer Wirtschaftechnichen Zone in Xiao Shan, die 1993 gebaut wurde. Sie ist in drei Flächen aufgeteilt, deren Gesamtfläche 133 km2 ist.

354 Unternehmen investieren in diesem Industrigebiet, davon 295 ausländische. Das Unternehmen ist wie ein Magnet, letztes Jahr ist die Investition um gut 70% gestiegen. Zum grössten Teil werden die Einnahmen durch die Textilindustrie gewonnen. Neben Fabriken sind in diesem Industrigebietauch Wohngebiete mit Hochhäusern angesiedelt. Danach haben wir uns noch das dazugehörige Geschichtsmuseum angesehen.

Nächste Station: Ein Freigelände Spielplatz! Einundeinehalbe Stunde haben wir uns Bvergnügt, sind im Bambuswald gewesen; es wurde geschaukelt, balanciert und geklettert, was das Zeug hält. Um 16:00 Uhr massten wir dann leider die Rückreise zur Schule antreten, von der aus dann alle Schüler mit ihren Austauschpartnern nach Hause sind.


Tagesprotokollant: Julia und Jasmin

Tag 11: Samstag, den 23. Oktober 2004

Am Morgen trafen wir uns um 6:45 Uhr mit den AustauschschülerInnen vor dem Gymnasium No.5, um die Koffer in den Bus zu laden. Zur Verabschiedung trafen sich noch einmal alle beteiligten LehrerInnen und SchülerInnen im Konferenzraum. Dort hielten sowohl der Schulleiter als auch Herr Reinhardt eine Rede. Die Chinesen schenkten zum Abschied jedem deutschen Schüler ein Tuch und Postkarten von Hangzhou.

Gegen 7:40 Uhr fuhr der Bus dann ab. Nicht nur uns, auch unseren Austauschpartnern fiel der Abschied schwer. Auf der Busfahrt nach Shanghai schliefen fast alle.

Am Airport kamen wir bereits um 10:10 Uhr an, sodass wir viel Zeit zum Einchecken hatten und uns auch noch mit Getränken und natürlich Pomellos, die wir hier kennengelernt hatten, eindecken konnten. Bei der Gepäckkontrolle mussten Terach und Katja leider den von den Gastfamilien mitgegebenen Wein zurücklassen. Mit etwas Verspätung flogen wir um 13:45 Uhr ab, landeten in Yichang um 15:30 Uhr, wo wir direkt mit dem Bus zum Hotel weitergefahren wurden.

Unterwegs sahen wir sogar Wasserbüffel, so dass Her Brosius seine Wette mit Frau Ulbrich verlor. Da das Gepäck erst später im Hotel ankam, gingen wir nach der Zimmeraufteilung gegen 17:30 Uhr zu Fuss in ein nahe gelegenes Restaurant zum Essen. Natürlich lehnten wir das Besteck ab! Der restliche Abend stand zur freien Verfügung. In Gruppen zu viert machten sich also alle SchülerInnen auf, die Stadt zu erkunden, ein Internetcafe zu suchen, den nächstbesten McDonald's zu besuchen oder einzukaufen. Bis 22:00 Uhr mussten alle wieder im Hotel sein, allerdings kamen die meisten schon vorher, um ihr Gepäck in die Zimmer zu bringen. Obwohl fast alle sehr müde waren, schliefen in dieser Nach viele nicht so gut - die chinesische Karaoke in der Etage über uns nahme einfach kein Ende ...

Tagesprotokollant: Katja

Tag 12: Sonntag, den 24. Oktober 2004
Am Sonntag konnten wir endlich mal weder etwas länger schlafen, da wir erst um 8:30 Uhr im Hotel gefrühstückt haben.

Nach einer kleinen Diskussion mit dem Hotelpersonal über die Bazahlung von benutztem Duschgel sind wir dann ums ca. ):45 Uhr mit dem Bus in Richtung des Dreischluchten Staudamms aufgebrochen.

Während der rund 50 minütigen Fahrt erfuhrenwir von Mr. Wang, unserem deutschsprachigen Führer, einiges über Yichang und Umgebung, aber auch über den Staudamm: Yichang war schon frührer ein wichtiger Umschlagsplatz, da zu dieser Zeit Flüsse wie der Jangtze die einzige Transportmöglichkeit darstellten. Der Jantze ist der längste Fluss der Welt. Ober-, Unter- und Mittellauf haben eigentlich drei verschiedene Namen, doch ausserhalb Chinas hat sich der Name Jangtse, aber auch Jangtskiang, was so viel bedeutet wie "langer Fluss" etabliert. Der Wasserspiegel des Flusses schwankt je nach Jahreszeit und der Mittellauf des Flusses ist auch häufig von Überschwemmungen betroffen. Aus wenn der Jangtze teilweise aufgrund  von Untiefen schwar zu beschiffen ist, so war er doch frührer die einzige Möglichkeit, Güter und Waren nach Yichang oder weiter in den Westen Chinas zu befördern. Heute spielt das nicht mehr eine grosse Rolle, doch jetzt gewinnt Yichang aus einem anderen Grund an Bedeutung: ca. 30 km von der Stadt entfernt entsteht der grösste Staudam der Welt: Der Drei- Schluchten- Staudamm. Daher ist Yichang in den letzten Jahren zu einer Kleinstadt mit ca. 1,2 Mio Einwohnern herangewachsen. Dadurch entstehen viele Kontakte ins Ausland, so zum Beispiel zu der deutschen Partnerstadt Ludwigsburg. Der Staudamm lockt Touristen aus aller Welt nach Yichang. Und auch wir besuchten die mit ca. 15km2 grösste Baustelle der Welt. Nach einem kurzen Halt in der Nähe des Schiffshebewerkes fuhren wir, während unser Führer die Formulare zur Besichtigungserlaubnis abholte, zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man direkt auf die Staumauer blicken konnte. Mit dem Bau des Staudammes wurde 1993 begonnen. Er soll 2009 vollendet sein. Daher ist auch die Staumauer noch nicht fertig. Trotzdem war es schon jetzt beeindruckenddd zu sehen, wie die Wassermassen aus den Scleusen herausschossen!

Im Anschluss fuhren wir zum höchsten Punkt der Baustelle, von wo man das ganze Gelände hätte überblicken können, wenn es nicht so diesig gewesen wäre. Nachdem uns Mr. Wang anhand eines Modells den Aufbau des Staudammes erklärt hat, hielten Katja und Ich auch endlich unser Referat.

Wir schauten uns alle noch ein bisschen um und fuhren dann mit dem Bus zurück in Richtung Yichang. Dort assen wir in dem selben Restaurant zu Mittag, wo wir auch schon am Abend zuvor gegessen hatten. Da unser Zug erst um 16:50 Uhr fuhr, hatten wir noch Zeit, um in Kleingruppen in Yichang bummeln zu gehen. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Bahnhof und stiegen in den Zug. Nach einigem "Tohuwabohua" hatte dann auch endlichjeder ein Liegewagenabteil gefunden und wir verbrachten den Rest des Abends damit, Chinesische Dosensuppen zu essen, Pomelos zu killen oder Gitarre spielen zu lernen. Auch wenn der Zug einer der ältesten war, wie Herr Reinhardt sagte, und auch dementsprchend komfortabel war, hatten wir alle viel Spass!

Tagesprotokollant:
Polly

Tag 13: Montag, den 25. Oktober 2004
Gegen 7:30 Uhr ist der Grossteil im Zug aufgewacht. Einige frühstückten Obst, Kekse oder Bechersuppe. Das Wetter war merklich kühler, was man am geöffneten Fenster merkte.

Gegen 10:00 Uhr kamen wir in Xi'an an und draussen vor dem Bahnhof erwartet uns ein typisch chinesisches Gewusel.

Im Bus angekommen, machtenwir eine Stadtrundfahrt, in der uns Herr Li, unser Führer, unter anderem erklärte, dass Xi'an eines der Haupttouristenziele in China ist, weil es zu den historisch wertvollsten Städten zählt.

Xi'an übersetzt heisst " Westlicher Frieden". Die Stadt hat 7,5 Millionen Einwohner und gehört zu den bevölkerungsdichtesten Städten Chinas. Der Verkehr ist dementsprechend chaotisch. Aber ab 2006 wird mit dem Bau der U- Bahn begonnen.

Im Moment war hier Nebel- und Regenzeit, die von Juli bis November andauert. Herr Li wies uns auch auf die drei Superlative Chinas hin:

1. 1,3 Nrd. Einwohner
2. Die meisten Fahräder
3. Die meisten Fälschungen

Das Symbol der Stadt, der Glockenturm, ist der grösste Chinas und an ihm krenzen sich die vier Hauptstrasse der Stadt ( Nordstrasse, Oststrasse, ... ).

Xi'an war 13 Dynastien lang Hauptstadt; zwischenzeitlich war die Bedeutung Xi'ans als kulturelles Zentrum und als Handelszentrum so hoch, dass man ihre Wichtigkeit an der Grösse der Strassen erkennen konnte: die Hauptstrasse war 155 m breit.

Diese vier Strassen führen auch zu den vier Stadttoren und wir fuhren zu dem Südtor. Von dort gingen wir gegen 11:00 Uhr auf die Stadtmauer die 14 km lang und rechteckig ist. Die Stadtmauer wurde zwischen 1370 und 1380 in der Ming Dynastie gebaut und zählt zu den besterhaltensten Festungen der Welt.

Um 11:45 Uhr fuhren wir zum Essen, was sehr gut war. Nach dem Essen fuhren wir zum Hotel, wo wir 2 Stunden zur freien Verfügung hatten.

Um 15:15 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Beginn der Seidenstrasse. Herr Li erzählte uns von den zwei bedeutendsten Personen in der chinesischen Geschichte: Mao Zedong und Kaiser Qing, der 221 v. Chr. China einte. Ausserdem von den vier bedeutendsten chinesischen Erfindungen: Schiesspulver, Papier, Kompass und Seismosgraph.

Nach kurzer Zeit erreichten wir das Denkmal, dass an den Beginn der 5.000 km langen Seidenstrasse erinnert, wo wir einige Fotos machten.

Um 16:20 Uhr fuhren wir zu grössten Moschee von Xian, die zu den vier grössten Chinas zählt. In Xi'an alleine gibt es 16 und in ganz China 35.000 Moscheen, was an den 22 Millionen Muslimen liegt, die in China sehr gut integriert leben. Die Moschee wurde um 742 gebaut und hat eine Gesamtgrösse von 12.500 m2.

Danach hatten wir bis 21:00 Uhr Freizeit, um Xi'an ein wenig selbst zu erkunden.

Tagesprotokollant: Felix

Tag 14: Dienstag, den 26. Oktober 2004

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Tag 15: Mittwoch, den 27. Oktober 2004
An diesem Tag geschah eigentlich so gut wie nichts. Es war der Tag, an dem wir von Xi'an nach Luoyang gefahren sind. Und er begann eindeutig zu früh. Schon um sieben Uhr mussten die Koffer auf dem Flur stehen, weil sie vom Hotel aus abgeholt wurden und separat nach Luo Yang verfrachtet wurden, was bei dem enormen Gewicht des Gepäcks für einige doch eine grosse Erleichterung war und uns ein bisschen Freiraum verschaffte! Wir haben also gefrühstückt und mit offenen Augen vor uns hingeträumt, bis wir um 9:35 Uhr mit dem Bus zum Bahnhof gefahren sind. Und schon eine Stunde später sassen wir im Zug. Auf den ersten Blick sah es in unserem Wagon auch gar nicht so schlecht aus: Schöne Sitze mit blauen Bezügen, Tische am Fenster, auf denen wir ein paar Kleinigkeiten abstellen konnten und über den Sitzen konnten wir unsere Rucksäcke verstauen. Aber im Lauf der Stunden wurde es zunehmend unbequemer. Mir persönlich war es irgendwann zu eng, es gab keine Lehnen, auf denen man die Arme abstützen konnte und nirgendwo konnte man den Kopf hinlegen. Aber trotzdem ist Zugfahren schon interessant. Nicht nur, wegen der Landschaft, die an einem vorbeirast, auch im Zug pasieren viele Dinge. In regelmässigen und kurzen Abständen gingen Frauen durch den Zug, die Obst, Süssigkeiten, Getränke und unsere allseits beliebten Fertigsuppen verkaufen. Aber das non plus ultra dieser Zugfahrt war sicherlich der Mann, der alles als sozusagen Souvenirs zu Geld machte. Er verkaufte wirklich die albernsten Sachen und der Leuchtkugelschreiber, den Herr Reinhardt kaufte, und der in verschiedenen Farben beim Schreiben leuchtet, war sicherlich noch eins der Dinge, die man im Alltag gebrauchen kann. Selbstverständlich konnte man auch mit ihm handeln. Das einzige, was die Fahart ein wenig störte, war eine Gruppe aufdringlicher Chinesen, an denen man auf dem Weg zum (Steh-) Klo zwangsweise vorbei musste.

Um viertel vor fünf kamen wir dann in Luo Yang an und fuhren zum Hotel. An diesem Abend machten wir eigentlich nicht mehr viel. Wir gingen zusammen zum Essen, nachdem wir eingecheckt hatten und unsere Koffer, die tatsächlich alle angekommen waren, in Empfang genommen hatten. Anschliessend gingen wir in Gruppen durch den Ort. Die meisten von uns zu einem Internetcafe und andere auf der Suche nach Obst und ähnlichen essentiellen Dingen.

Tag 16: Donnerstag, den 28. Oktober 2004

... stand das Shaoling Kloster mit Kung Fu Vorführung auf dem Programm. Morgens gab es erst mal um 7:30 Uhr Frühstück und eine 3/4 Stunde später sind wir dann mit dem Bus abgefahren. Für unseren Guide, Herrn Tian war es ein besonderer Tag, weil seine Eltern ihren 40. Hochzeitstag feierten. Da es in China üblich ist, dass der Sohn seinen Eltern eine Freude machen wollte, kamen sie einfach mit. 

Auf dem Weg zum Kloster erzählte Herr Tian etwas über die Stadt Luoyang. Der Name bedeutet " am südlichen Ufer des Luo Fluss". Sie liegt in der Provinz Henan und hat ca. 1,2 Mill. Einwohner. Früher war Luoyang sogar die Hauptstadt und hat in 9 Dynastien 180 Kaiser erlebt. Vor dem Bürgerkrieg galt die Stadt als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Heute ist Luoyang als Industriestadt bekannt, vor allem gibt es dort Bergbau, Kugellager- und Traktorfabriken. Das Shaolin Kloster, zum dem wir fuhren, ist die Heimat des Kung Fu. Herr Tian erklärte, dass Shao jung und Lin Wald bedeutet. Im Jahr 527 gab es den Mönch Buddhidarma, der den Zen Buddhismus verbreiten wollte. Er lebte erst zehn Jahre in einer Höhle im Berg, wo er verschiedene Tiere beobachtete und ihre Bewegungen nachmachte. Dadurch entstand Kung Fu. Später gründete er dann ein Kloster, in dem in der Tang Dynastie bis zu 2000 Mönche lebten.

Heute wird das Kloster, das am Fuss des Shong Shan liegt, von 2 Mill. Menschen im Jahr besucht; davon sind ca. 2000 ansländische Besucher, die sich besonders für Kung Fu interessieren.

Um 10 Uhr kamen wir am Eingang des Klosters an. Von da aus sind wir zu Fuss zum Pagodenwald gelaufen und kamen auf dem Wegn dorthin an Kung Fu Kämpfern vorbei, die auf den Trainingsplätzen am Üben waren. Es war sehr beeindruckend, die vielen Mönche zu sehen, von denen einige noch sehr jung waren. Nur fünf Prozent aller Shaoling Schüler sind Mädchen und wir haben nur drei gesehen.

Im Pagodenwald zeigte Herr Tian uns einige Pagoden, die als Gräber für die Verstorbenen Mönche dienen. Je höher eine Pagode ist, desto mehr Erfolge hat ein Mönch in seinem Leben gehabt. Daneben stehen Stelen, auf denen der Lebenslauf der Toten eingraviert ist. Die älteste Pagode im Wald stammt von 791 n. Chr. aus der Tang-Zeit. Eine andere Pagode war nach Osten gerichtet und gehörte einem Kindermönch, der im Paradies ein langes Leben haben sollte. Nachdem wir durch den Wald gegangen waren, haben wir am Eingang ein Gruppenfoto gemacht, das ein Geschenk für die Eltern von Herr Tian war. Danach bekamen sie von uns noch "Hoch soll'n sie leben" gesungen, während uns die anderen Besucher noch mehr als sonst anstarrten.

Endlich sind wir dann zum Kloster gegangen. Am Eingang standen die zwei Wächter Hen und Ha mit aufgerissenem Mund und Schwertern, die die vier Himmelskönigenhalle bewachen sollten.

Ausserdem findet man hier wie üblich die vier Kämpfer mit dem Instrument, dem Schwert, dem Regenschirm und der Schlange. Danach kamen wir in einen Hof mit zwei Glockentürmen, in denen man die Glocken 108 mal schlagen muss, damit alle Sorgen weg sind.

In der Grossen-Helden-Halle, die auf den Hof folgte, sahen wir einen indischen Prinzen mit seinen vier Schülern, wovon nur einer den Buddha versteht und lacht. Im Buddhismus gibt es eine bestimmte Rangfolge: Erst kommt der Mönch, dann der Ahaten, der Buddhisatva und die höchste Position hat der Buddha. Wenn man auf eine besondere Weise handelt, kann man in eine der höheren Stufen aufsteigen.

Darauf folgte die Hinterhalle mit einem weissen Jadebuddha, die früher eine Bibliothek war und 1928 zerstört wurde. Dahinter befandd sich ein Pavillon, den der Buddha früher zum lesen genutzt hat. Einer seiner Schüler wollte unbedingt aufsteigen und hat so lange vor der Halle im Schnee gestanden, bis der Buddha herausgekommen ist. Der Schüler fragte ihn ob er sein Nachfolger werden könnte, worauf der Buddha meinte, das könne er erst, wenn der Schnee sich rot färben würde. Ohne zu zögern, schnitt sich der Schüler den Arm ab und das Blut floss in den Schnee. Seitdem wird er immer ohne den linken Arm dargestellt. 

Im letzten Gebäude, der Kung Fu Halle, zeigte Herr Tian uns die 48 Bodenlöcher, die durch die Kämpfe in den Boden gekommen sind und die kostbaren Wandmalereien.

Danach gingen wir zum Mittagsessen in eine Halle, wo im Hintergrund ein Fernseher mit Kung Fu Kämpfern lief. Um halb zwei kamen wir dann endlich zum Highlight des Tages: der Kung Fu Vorführung. Die Mönche präsentierten eine beeindruckende Show. Sie sprangen durch die Luft und verbogen ihren Körper in die schmerzhaftesten Stellungen, zerschmetterten Eisen- und Holzstangen.

Anschliessend sind wir in einen Laden für Schwerter, Dolche und sonstige Waffen gegangen und einige von uns haben auch was gekauft.

Auf dem Weg zurück zum Bus sind wir noch mal an den Traningsplätzen und diesmal auch an der Schule vorbeigegangen. Die Schüler sassen hinter Gitterfenstern in einem kahlen Raum und mussten lernen.

Andere, die noch sehr jung waren, waren gerade dabei, zu trainieren. Auch die, die erst vier oder fünf Jahre alt waren, machten schon mit. Obwohl wir bestimmt noch länger hätten zusehen können, sind wir dann zum Bus gegangen. Ganz spontan haben wir dann auf dem Rückweg noch ein einem Dorf angehalten, um uns das Leben der Chinesen anzugucken. An einer Mauer hingen Plakate für die Ein- King-Politik, überall lag Müll auf den Strassen und Reste von Maiskolben. Die Häuser sahen grösstenteils zerfallen aus und weiter hinten auf dem Feld haben die Leute Winterweizen angebaut. Es gab auch einen kleinen privaten Kindergarten in dem Dorf für ca. 30 Kinder, den wir uns auch von innen angeguckt haben. Auf der Strasse zeigte uns eine Frau, wie man aus einem Haufen Kohle mit einer Maschine runde Brickets herstellt. Das das Dorf nicht sehr gross war, waren wir schon in zehn Minuten durch und sind mit dem Bus zurück in Hotel gefahren, wo wir den Abend zu freien Verfügung hatten.

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