Tag 1:
Mittwoch, den 13. Oktober 2004
Heute ging es endlich los! Um 8.27 Uhr fuhren wir mit dem Zug nach
Köln. Davor hatten wir uns am Bahnhof in Horrem getroffen. Da viele
Leute zur Arbeit fuhren, gab es ein riesiges Gedränge im Zug nach Köln.
Dort mussten wir das Gleis wechseln, um mit dem Zug nach Stuttgart zu
fahren. Der Zug hate fünf Minuten Verspätung, und als wir eingestiegen
waren, mussten wir unser Gepäck abstellen - was bei den doch relativ
schweren Koffern nicht so einfach war. Herr Reinhardt erinnerte daran,
dass wir Protokolle schreiben müssen. In Bonn stieg dann eine Gruppe
älterer Leute ein. Diese hatte ein Problem mit unserem Gepäck, da diese
zum Teil auf ihrer Ablage lag. Aber es war ja auch noch Platz über den
anderen Sitzen. Die Leute haben sich dann darüber aufgeregt, dass wir
den ganzen Platz eingenommen häten. Viel Ärger um nichts! Beim Umsteigen
in Stuttgart hat Herr Reinhardt seinen grossen Koffer im Zug vergessen.
Er hat ihn jedoch wiedergefunden. Die Tickets waren zum Glück aber da.
Der Zug nach München war genau am entgegengesetzten Gleis. Wir haben uns
daraufhin in zwei Gruppen aufgeteilt. Alles war in Hektik und der
Schaffner hat den Müll für Herrn Reinhardt entsorgt- "Ein schöner Zug
der Bahn"!
Beim dritten Umsteigen in Pasing ( Vorort von München) sind wir wieder
voll in den Berufsverkehr geraten. In der S-Bahn mussten wir etwa eine
halbe Stunde bis zum Flughafen stehen.
Dort angekommen sind wir dann erst einmal zur Gepäckaufgabe und zum
Check-in und alle Koffer sind ohne Zuzahlung durchgekommen. Herr
Reinhardt und Herr Brosius haben sich aufgeregt, weil sie leider keinen
Platz am Notausgang und in der inneren Sitzreihe bekamen. Dann sind wir
zu Kontrolle des Handgepäcks gegangen. Felix musste seine Schere
wegschmeissen. Jessicas Zirkel ist aber durchgekommen.
Nach der
Passkontrolle sassen wir erst mal am Eingang und hatten uns in zwei
Schichten aufgeteilt, damit jeder noch etwas einkaufen gehen konnte. Um
18.45 Uhr sind wir endlich an Board gegangen. Herr Reinhardt hat es (
durch Bestechung) geschafft, sich drei Sitze zu verschaffen. Zum
Abendessen gab es Schwein oder Hühnchen. Das Essen war relativ gut. Die
Stewardessen sind auch öfters mit Getränken herumgegangen, was angenehm
war. Dagegen waren die Durchsagen sehr undeutlich und man hat nur
einzelne Worte verstanden.
Tagesprotokollant:
Carola
Tag 2:
Donnerstag, den 14. Oktober 2004
Die Ersten von uns wachten um 2 Uhr MEZ auf und bewunderten den
Sonnenaufgang über den Schneebedeckten Bergen Sibiriens.
Um vier
Uhr deutscher Zeit gab es chinesisches oder westliches Frühstück. Dann
flogen wir über die Wüste Gobi nach Peking. Von da aus ging es ohne
Schlaf weiter nach Shanghai.
In Shanghai fuhren wir mit dem bus zu unserem Hotel und sahnen auf der
Fahrt "kleine" Hochhäuser, in denen sich eher günstig lebt, da sie nicht
unmitelbar im Zentrum stehen. Wir würden dazu allerdings "hohe"
Hochhäuser sagen, so hoch wie wir sie aus Köln kennen. Im
Strassenverkehr scheint es kaum Regeln zu geben, zumindest hält sich
niemand an sie, aber das ausnahmslos. Im Zentrum Shanghais kostet ein
Quadratmeter Wohnfläche zum Kauf ca. 1000 Euro, zur Miete ist es aber
generell teuer, daher sind hier Eigentumswohnungen sehr beliebt und
häufiger vorhanden als Mietwohungen.
Als es dunkel wurde, fuhren wir zum "Bund", so heisst die Uferpromenade,
die gegenüber Pudong, dem Bankenviertel Shanghais liegt, von wo aus man
die bekannte Skyline betrachten kann. Und wirklich allen (!) fehlten die
Worte, so etwas Schillerndes, Grosses und vielleicht ein bisschen
Unwirkliches hatte bestimmt noch nie einer von uns gesehen. Der
weltbekannte Fernsehturm in verschiedenen Farben und Mustern leuchtend,
der riesige Jin Mao Tower, in dem ein Hyatt Hotel ist, und das sich im
Bau bedindeliche bald höchste Gebäude der Welt. Am Monument für die drei
grössten Kriege Chinas trafen wir uns wieder und machten dann einen
Spaziergang durch eine der grössten Einkaufstrassen, die sich mit ihren
Lichtern sicher mit Strassen in Las Vegas oder Piccadilly Circus in
London vergleichen lässt, auch hierfür fehlten allen (!) die Worte ..
Herr Mao, unser Stadtführer und Dolmetscher, führte uns in ein
Restaurant, in dem wir eine grosse Attraktion waren. Wir assen viel und
mehrere Gänge und merkten dabei, dass viele Vorurteile gegenüber
chinesischem Essen nicht zutreffen. Danach fuhren wir mit der Metro
zurück, für nur 3 Yuan, umgerechnet fast nur 30 Cent. Als wir alle im
Hotel ankamen waren wir heilfroh ins Bett und schlafen zu dürfen.
Tagesprotokollant:
Bianca
Tag 3: Freitag, den 15. Oktober 2004
Heute Morgen hiess es um 7 Uhr aufstehen, Ich und Felix haben prompt
verschlafen, also musste das Frühstück für uns ausfallen. Zuerst ging es
dann ins Stadtplanungsmuseum, wo wir eine von Herr Mao übersetzte
Führung hatten. In der Eingangshalle stand ein Miniaturmodell mit den
wichtigsten Gebäuden der Stadt. Der Fernsehturm der Stadt wird " Perle
des Ostens" genannt und ist der dritthöchste Fernsehturm der Welt. Im
Museum sind Bilder der Uferpromenade von 1882, 1923 und 1940, die sich
seitdem nicht mehr verändert haben. Es gibt hier ausserdem ein Modell
der Stadt, wie sie 2020 aussehen soll. Die vielen Gebäude, die in
Planung sind, sind weiss. Das Expo- Gelände für 2010 hat eine Fläche von
5,4 km2. Die Immobilien sind fast alle in Händen von Privatpersonen. Der
Boden gehört dem Staat und kann nicht verkauft werden, mit einer
Genehmigung darf er aber bebaut werden. Jedes Hochhaus in Shanghai sinkt
im Jahr etwa 5 cm ab, daher werden sie auf Stützen gebaut, die bis auf
den Felsen in die Erde gerammt werden. Die Stadt hat zwei Flughäfen, der
neue ist seit 1997 im Bau und wird in spätestens zwei Jahre fertig sein;
hier können 100.000.000 Gäste starten und landen. Ein grosser Hafen ist
mitten im Meer geplant. Er soll mit einer 31 km langen Brücke mit dem
Festland verbunden werden. In Shanghai gibt es eine 30 km Lange
Transrapid- Strecke. Es war eine weiter 200 km lange Strecke geplant,
die aber aus Kostengründen nicht gebaut wird. In der Stadt ist alles auf
die Zukunft ausgelegt und selbst die Altstadt wird komplett abgerissen.
Nach dem Museumsbesuch waren wir in einer Strasse, in der Pinsel und
Schreibzeug verkauft wurden, da hatten wir eine Stunde Freizeit. Leider
waren die meisten Läden "Touri- Abzock- Geschäfte". Danach fuhren wir
mit der Metro nach Pudong, dem Bankenviertel der Stadt. Dort sind wir
ins Jin Mao Building gegangen, wo wir im 54. Stock einen Kaffee
getrunken haben. Dort hat man einen tollen Ausblick. Danach sind wir mit
dem Transrapid 430 km/h schnell gefahren. Mit dem Transrapid haben wir
zum Flughafen sieben Minuten gebraucht; mit dem Bus zurück brauchten wir
1,5 Stunden.
Im Anschluss daran gingen wir in den "Super Grand Supermarkt", das grösste
Kaufhaus Asiens. In der Mall gab es nichts besonderes; also lassen wir
das weg. Danach ging es endlich ins Bett.
Tagesprotokollant:
Holger
Tag 4: Samstag, den 16. Oktober
Heute Morgen fuhren wir zum Bund, wo wir viele Gruppen sahen, die dort
Sport machten. Es werden verschiedene Sportarten wie Tai Chi, Tanzen,
Gymnastik, Schwertkampf, und vieles andere dargeboten. Die Gruppen
kommen teilweise bis zu einer Stunde angereist, um dort in der
Öffentlichkeit Sport zu treiben. Dies geschieht immer in Gruppen, die
meist aus Nachbarschaftsgemeinschaften alter Leute bestehen. Einige
lassen auch Drachen steigen, die teils soweit entfernt waren, dass ich
sie selbst mit Zoom nicht erspähen konnte.
Danach gingen wir in den Vogelpark, wo auch Leute Sport treiben. Dort
trafen wir eine ältere Frau, die ganz verrückt danach war fotografiert
zu werden. Diese Frau konnte die tollsten Verrenkungen, wie zum Beispiel
das Bein gerade an einem Baum hochlegen. Als wir mit ihr fertig
geplaudert hatten, gingen wir weiter, wobei wir einen Tanzkurs fanden,
bei dem einige Mädchen bei dem Rhythmus gleich mit tanzten, was die
konservativen Chinesen erst leicht zu wundern schien, da zwei Mädchen
zusammen tanzten. Später wurden sie dann auch von Chinesen zum Tanz
aufgefordert. Herr Reinhardt tanzte mit einer Chinesin, die ihm nicht
einmal bis zur Brust ging. Das war ein lustiges Bild.
Danach gingen wir zum Frückstück. Herr Reinhardt entdeckte auf dem Weg
einen Stand mit Handytaschen. Dort wollte er eine für 5 Yuan kaufen, als
er dem Händler einen Zehner gab, steckte der Chinese diesen schnell ein.
Das sind Geschäfte in China. Danach ging wir in ein kleines Cafe, das
Herr Reinhardt noch aus seiner Zeit in China kannte. Danach fuhren wir
mit dem Bus zu einer Brücke über den Huang Pu. Der Busfahrer fuhr wie
der Henker. Von der Brücke hatten wir einen tollen Ausblick über
Shanghai. Danach fuhren wir in die Altstadt Shanghais, die in den
nächsten Jahren leider komplett abgerissen wird, um Bauplatz zu
schaffen. Die Altstadt hat schöne, enge und lebhafte Gassen, in denen
viele Menschen sind und man fast alles kaufen kann. Dort wurde auch in
kleinen Gruppen zu Mittag gegessen.
Hinterher machten wir eine Hafenrundfahrt, auf der wir tolle Eindrücke von
der Stadt bekamen. Im Anschluss daran fuhren wir ins Shanghai- Museum,
wo es tolle Ausstellungen gab zum Beispiel zu dem Themen Kleidung,
Möbel, Jade, Porzellan und Kalligraphie.
Danach gingen wir in eine grosse Mall und haben dort zu Abend gegessen.
Schliesslich fuhren wir ins Hotel, wo wir noch ein Meeting hatten.
Danach war Schluss.
Tag 5: Sonntag, den 17. Oktober
Um 8:00 Uhr wollten wir losfahren, aber wegen einer kleinen Panne (gewisse
Typen haben verschlafen) fuhren wir erst um 8:20 Uhr ab.
Da Stau war, kam unsere Gruppe erst um 12 Uhr in Suzhou an. Während der
Fahrt haben wir noch einmal besprochen, wie und wo die Referate gehalten
werden sollten. Zuerst waren wir beim " Garten des Meisters der
Fischernetze", einem etwa 0.5 ha grossen Garten. Dort haben wir uns auch
das Referat über Suzhou angehört, welches sehr gut und ausfürhlich war.
Danach haben wir in einem eher westlichen Restaurant gegessen. Später
waren wir in der Seidenspinnerei, wo uns Herr Chen, unser Reiseführer
für Suzhou, die einzelnen Stufen von der Seidenraupe bis zur
Seidenbettdecke erläutert hat.
Ausserdem waren wir noch im "Garten der Löwen", der von dem Gebäudekomplex
her etwa gleich aufgebaut war wie der " Garten des Meisters der
Fischernetze", aber im Grund ein Irrgarten aus Stein mit weniger
Pflanzen ist. Der Garten trägt seinen Namen, weil in den
Steinformationen um die 500 Löwenstatuen zu erkennen sind.
Am Abend sind wir dann zum Hotel gekommen und bis 9 Uhr haben wir nun
Freizeit, danach proben wir für den Vorstellungsabend.
Tag 6: Montag, den 18. Oktober
Nachmittags gegen 14 Uhr verliessen wir das Restaurant in Hangzhou, um zum
bekannten Westlake zu fahren. Eigentlich war eine Fahrt in kleinen
Booten geplant, doch da es sehr windig war, hätten wir höchstens ein
grosses Touristenboot nehmen können. Wir entschieden uns also,
stattdessen eine Stunde im Park zu verbringen. In den üblichen Grüppchen
erkundeten wir also die Anlage, die anfangs wie ein ganz gewöhnlicher
Park aussah. Im hinteren Teil befanden sich jedoch schöne Pavillons und
Wasserläufe, im Hintergrund hörte man typische chinesische Musik und am
Ufer liefen sogar ein paar Pfauen herum. Ein Gruppenfoto vor dem See
blieb uns natürlich nicht erspart ...
Anschliessend fuhren wir weiter zur " Pagode der sechs Harmonien". Von
aussen konnte man 13 Stockwerke zählen, man konnte jedoch nur bis ins
siebte hinaufsteigen. So entstand auch der Name der Pagode, da genau
sechs Stockwerke - die Sechs ist in Chna eine Glückszahl! - nur "
Fassade" war. Für uns war sie insofern ein Muss, als dass sie auch auf
unseren Austausch T-shirts abgebildet war. Die 50 m hohe Pagode wurde
ungefähr im Jahre 900 n. Chr. errichtet und war ursprünglich Teil eines
Klosters, welches jedoch im Laufe der Zeit komplett zerstört wurde. Auch
bei der Pagode handelte es sich " nur" num eine 40 Jahre alte
Nachbildung.
Früher diente der Bau als Leuchtturm für Schiffe, als Bibliothek für
Buddhisten und zur Aufbewahrung von Reliquien. Heute ist sie in erster
Linie Aussichtsturm für Touristen.
Natürlich gingen wir die 227 Stufen bis zum siebten Stockwerk auch hoch,
um den Blick auf Hangzhou zu geniessen und natürlich Fotos zu schiessen.
Gegen
16:30 Uhr fuhren wir zurück zur Schule, wo uns die AustauschschülerInnen
um 17:00 Uhr abholten. Das restliche Tagesprogramm regelten dann die
Gastfamilien, wobei sich ein Grossteil der Gruppe abends wieder im
Shopping Center traf ...
Tagesprotokollant: Katja
Tag 8: Mittwoch, den 20. Oktober 2004
Morgens um 7:30 Uhr ging der Unterricht los. Als erstes besuchten wir
den Erdkundeunterricht, in dem die Britisch Isles besprochen wurden.
Danach hörten wir den Musikunterricht, in dem die Pekingoper behandelt
wurde und das ganze wurde mit einer beeindruckenden Gesangseinlage der
Musiklehrerin abgeschlossen.
Um 9:45 Uhr besuchten wir das Museum für Miniaturschnitzereien - das
einzigste in China. Dort wurden wir vom Leiter des Museums Herrn Feng
geführt, der selber zu den 21 Miniaturschnitzern Asiens zählt. Es war
sehr beeindruckend zu sehen wie teilweise auf Haaren (0,002 mm
Durchmesser) ganze Gedichte perfekt lesbar geritzt waren. Herr Feng hat
auch das mit fünf Seiten kleinste Buch der Welt, nur durch ein Mikroskop
sichtbar, " geschrieben". Zum grössten Teil bringt man die
Miniaturschnitzereien auf Elfenbein an. Wir sahen aber auch ein
Sandkorn, aus dem ein anderer Künstler einen Pandabär geschnitzt hat.
Um 11:15 Uhr fuhren wir dann zum Landwirtschaftszentrum. die dort
profuzierten Blumen werden in ganz China verkauft. Das gesamte Gelände
umfasst 5000 ha, was wieder einmal zeigt, in welchen Grössenordnungen
China denkt, bzw. denken muss.
Um 12:00 Uhr haben wir dass beeindruckende Landwirtschaftszentrum wieder
verlassen, um zum Mittagsessen zu fahren.
Nachmittags besuchten wir das Dorf Hangmin. Nach einer etwas längeren
Fahrt kamen wir an einem Hotel an, wo uns eine Vertreterin des Staates
empfing.
Sie erläuterte bei einer Art Teezeremonie, in einem Konferenzraum, den
wirtschaftlichen Aufschwung des Dorfes. Das Dorf besteht aus Häusern,
dessen Bau der Staat festlegt. Zur Zeit wohnen 1000 Einwohner, 300
Familien dort. Ein Haus in diesem Dorf besteht aus drei Etagen, und
kostet ca. 260,000 Yuan (wobei 10 Yuan umgerechnet 1 Euro sind). Dies
erklärte uns eine Frau, in deren Haus wir für einige Minuten zu Gast
waren. Nach guter Sitte zogen wir die Schuhe aus, aber die gute Frau
liess es sich nicht nehmen, uns die Schuhe wieder anzuziehen! Nachdem
man sich geeinigt hatte, liessen wir unsere Schuhe aus und besichtigten
die ziemlich normal (westlich) eingerichtete erste Etage!
Das Dorf
bekommt immer mehr Zuwachs, denn der wirtschaftliche Aufschwung macht es
sehr populär.
Es sind
schon 20 Fabriken gebaut worden, die hauptsächlich Textilien herstellen.
Nur noch 700 ha werden landwirtschaftlich von Wanderarbeitern
bearbeitet. Das Dorf versorgt sich damit selbst und exportiert nichts
von den landwirtschaftlichen Produkten. Doch auch in den Fabriken
arbeiten viele Menschen, die nicht aus dem Dorf kommen. Die erste Fabrik
wurde 1979 gebaut. Die Rohstoffe werden aus vielen Provinzen importiert,
dann zu Textilien verarbeitet und wieder exportiert. Die Firmenwerte
liegen bei bis zu 2,9 Milliarden Yuan und die Firmen beschäftigen bis zu
10.000 Arbeitskräfte. Das Einkommen einer Arbeitskraft betrug im letzten
Jahar 25.000 Yuan. Das Dorf verdient viel an Steuern und baut daher
viele öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, ( einen haben wir
sogar besucht, jedoch haben die Kleinen geschlafen), ein Schwimmbad ( im
Winter als Skaterhalle genutzt), ein Theater und noch einen Treffpunkt
für Jung und Alt, wo neben Sport noch weitere Freizeitgestaltungen
angeboten werden. Nach unserem Besuch waren wir beeindruckt. Natürlich
gibt es auch Schulen im Dorf. Die Schulpflicht ist 16 Jahre lang, aber
wird schon ab dem Kindergarten angerechnet. Das Dorf zahlt alle
Ausbildungskosten.
Als die Führung dann zu Ende war, wollten wir natürlich auch die grosse
WElle (Boren) am Qiantang Fluss sehen. Der Fluss ist nach Osten
ausgerichtet und die Gezeiten machen sich im Sommer bis weit in die
Flussmündung, die wie ein Trichter wirkt, bemerkbar. Dies ergibt Wellen,
die bis zu 10 m hoch sind und sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu
25 km/h ins Landesinnere bewegen. Wir fuhren zu einem befestigen Ufer
und uns wurde gesagt, die Welle käme erst etwas später. So erhielten die
Schüler die Erlaubnis, sich ein wenig die Beine zu vertreten. Als die
Zeit herum war, erwarteten wir gespannt die Welle. Herr Reinhardt ging
sogar bis ans Ufer. Herr Mao, unser Reiseleiter meinte etwas durchs
Fernglas zu sehen und Herr Reinhardt musste seinen Platz räumen, da es
einfach zu gefährlich geworden wäre. Aber zu unser aller Enttäuschung
kam die Welle nicht und Herr Brosius meinte nur noch, dass das alles
vielleicht nur eine Legende sei! Damit war der Nachmittag für uns
erledigt. Wir fuhren zur Schule zurück und mit unseren Austauschpartnern
nach Hause!
Tagesprotokollanten: Felix und Nico
Tag 9: Donnerstag, den 21. Oktober 2004
Heute Morgen haben wir uns wieder in der Schule getroffen und sind
dann zum Unterricht gegangen. Es stand English auf dem Stundenplan. Das
Thema der Stunde war HIV und Aids. Das war schon fast Aufklärung im
English Unterricht. Der Unterricht war wie immer multimedial durch Power
point unterstützt. Um 8:20 Uhr sind wir dann zum Sportunterricht
gegangen. Am Anfang standen alle Schüler in einer Reihe und machten
Formationsübungen.
Zum Aufwärmen liefen sie in Zweierreihen im Kreis und fanden sich auf
Zuruf des Lehrers zu Gruppen zusammen. Jeder, der keine Gruppen hatte,
musste zwei Liegenstützen machen. Danach bildeten sie wieder eine
Formation und machten auf "Pfiff" des Lehrers Gymnastik.
Anschliessend ging es dann zum eigentlichen Unterrichtsthema, dem
Hürdenlauf. Diesen hat der Sportlehrer anhand von Fotos der
Olympiaathelethen erklärt. Nachdem diese Unterrichtssession beendet war,
liess der Lehrer die Schüler einen Staffellauf machen, wobei Holger und
Felix mitmachen mussten, um zwei kranke Chinesen zu ersetzen. Am Ende
der Stunde machte der Lehrer noch lockerungs und Entspannungsübungen mit
den Schülern und beendete den Unterricht.
Danach sind wir in einen Themenpark gefahren, der mich stark an Chinatown
erinnerte. Es war ein sehr grosser Park, der einen eigenen Tempel, eine
Pagode und einen Nachbar der Chinesischen Mauer hat. In dem Tempel wird
morgens und abends je ein Gottesdienst abgehalten. In dem Park gibt es
einen Jadebuddha, der sechs Meter lang und 2.3 Meter hoch ist. Er ist
aus einem einzigen Stück Jade gefertigt. Nachdem wir diesen gesehen
haben, sind wir in einen unterirdischen Gang eingetreten, dessen Boden
vergoldet war. Am Ende dieses Ganges war eine Goldene Kuppel, in der
viele kleine Buddhas standen.
Hinterher hat Herr Reinhardt uns gezwungen, auf die Pagode zu steigen. Bis
zur Pagode waren es 339 Stufen, in der Pagode 189 auf sieben Stockwerke
verteilt. Die meisten waren hinterher richtig k.o. Auf dem Weg zum
Mittagessen haben wir die grösste Glocke Chinas gesehen, bei der man 5
yuan bezahlen muss, um sie anschlagen zu dürden.
Gegen halb
drei kamen wir in Shulan an, um einen landwirtschaftlichen Betrieb zu
besuchen. Das Besondere an diesem Betrieb war nicht nur die Grösse und
die Vergangenheit diese Landstrichs, sondern auch, dass eine Frau dort
Managerin ist. Insgesamt nahm dieser Betrieb eine Fläche von 1200 Hektar
ein, davon werden 800 genutzt um Gemüse anzubauen. Auf 400 Hektaren wird
Reis angebaut.
Wir bekamen die interessante Geschichte dieses Ortes erzählt: vor 1993 lag
noch alles unter Wasser. Damals stellte sich heraus, dass man mehr Boden
für Landarbeit brauchte und weil der Boden von Shulan sehr
nährstoffreich und fruchtbar ist, schaute man sich das holländische
Prinzip ab: durch Kanäle, Steine und Erde legte man den Boden trocken.
Wie man sich vorstellen kann, war diese ganze Prozedur sehr teuer; so
teuer, dass man uns keinen Preis genannt hat. Wie schon den ganzen Tag
begletet uns das übliche Fernsehteam und schon verwandelte sich Herr
Reinhardt in einen Regisseur, der uns ordentlich in Szene setzte. Es
wurden atemberaubende Aufnahmen im Kohlfeld gemacht; auf einem
Süsskartoffelacker zogen Katja, Maren, Nico und Tobias eine dieser
Feldfrüchte heraus, um sie dann im Fernsehen zu bestaunen. Die
Süsskartoffeln sind überigens heisbegehrt in China ( man kann sie an
fast jeder Ecke kaufen) und dementsprechend ist der Preis, den Städte
wie Shanghai und Peking zahlen müssen, um Süsstartoffeln aus Shulan zu
kriegen. Um der Gruppe ein Gefühl von hartem Leben zu vermitteln, wurde
Nico ( von Herr Reinhardt) trotz Krankheit auf ein Feld geschickt, um
dort ein Joch zu tragen, gefüllt mit Erde. Unter der brenneenden Sonne
schleppte er sich mühsam dahin, stolperte, taumelte, über unseren Köpfen
kreisten die Vögel: diese Bilder hätten aus einem schlechten bis
mittelmässigem Hollywood- Film stammen können. Zumindest ging uns durch
dieses Demutspraktikum auf, dass das Leben als chinesischer Landarbeiter
bestimmt nicht besondert lustig ist. Und in Shulan wird viel mit der
Hand gemacht. Das ist, wie die Managerin uns erklärte, nicht so modern
wie der Betrieb, den wir am Vortrag erkundet haben, und sieht nicht so
schön aus. Ganz davon abgesehen ist es sher viel anstengender. Trotzdem
ist die Vielzahl der angebauten Pflanzen beeindruckend: Chinakohl, Reis,
japanische Karotten, Süsskartoffeln, Chilis, Gurken, Kürbisse ... Um
15:20 Uhr brachten wir auf und entschieden mehr oder weniger
demokratisch, den Wellenflop ein weiteres Mal zu wiederholen. Diesmal
stiess Herr Reinhardt allerdings auf heftigen Protest. Viele von uns
sollten pünktlich zurück in der Schule sein, ausserdem war die Welle mit
90%iger Wahrscheinlichkeit eh schon weg! So ging es immer hin und her,
bis wir resigniert und ohne die Welle gesehen zu haben um halb fünf in
der Schule ankamen.
Tagesprotokollant: Polly und Sarah
Tag 10: Freitag, den 22. Oktober
Wie immer haben wir uns im Meeting- Raum getroffen und sind um halb acht
in den Unterricht gegangen, diesmal in den Computerraum. Der Lehrer
erklärte den Schülern mit Hilfe eines an die Wand projezierten
Bildschirms das Computerprogramm Visual Basic. Sie sollten eine Folie
erstellen und immer, wenn der Lehrer etwas erklärt hatte, sollten die
Schüler probieren, es selbständig an ihren Computern nachzumachen.
Jasmin war wohl die einzige, die es geschafft hat, sich in einem Chaos
von chinesischen Zeichen zu recht zu finden, aber sie hat auch
mathematische Informatik. In der zweiten Stunde hatten wir zum letzten
Mal Englishunterricht, dass wir mit den Chinesen vermischt sassen. Das
Thema der Stunde waren die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Die
Lehrerin sprach über die Vorbereitungen, die getroffen werden müssen und
wie die Besucher China besser kennen lernen können. Dazu ging sie mit
den Schülern die Sehenswürdigkeiten von China durch, wie Peking mit der
Grossen Mauer, Xi'an, Shanghai, Hongkong und Macao. Zwischendurch wurden
auch einige von uns daran genommen und als Belohnung hat die Lehrerin
Schokolade verteilt. Terach hat sogar ein kleines Stück aus der Peking
Oper gesungen.
Nach dem Unterricht haben alle zusammen Dumplings gebacken. Erst sollte
man sich die Hände waschen, dann die kleinen Teigtaschen nehmen, mit
Schweinefleisch füllen und zusammenfalten. Einige bastelten richtige
kleine Kunstwerke aus ihren Dumplings. Am lustigsten aber war die
"Fotosession", die nebenher lief. Die chinesischen Austauschschüler
wollten unbedingt noch mit allen Fotos machen, besonders mit den
"grossen Jungs".
Anschliessend wurden die Dumplings in einen grossen Topf geworfen und
zum Mittagessen haben wir sie dann alle vertilgt.
Nach dem MIttagsessen fingen die Chinesen an, die Adressen der Deutschen
zu sammeln, die natürlich kurz Hand mitmachten und wiederum die Adressen
der Chinesen gesammelt haben. Es ging rund umher bei der Busfahrt zum
Rathaus Hangzhous, vor dem ein schönes Gruppenfoto gemacht wurde. Das
war um etwa 12:15 Uhr, danach sind wir zu einem Supermarkt namens "
Times extra" gefahren, wo wir bis 13:15 Uhr mit unseren
Austauschpartnern zum Shoppen durften. Dann ging es zum "Investment
Guide", einer Wirtschaftechnichen Zone in Xiao Shan, die 1993 gebaut
wurde. Sie ist in drei Flächen aufgeteilt, deren Gesamtfläche 133 km2
ist.
354 Unternehmen investieren in diesem Industrigebiet, davon 295
ausländische. Das Unternehmen ist wie ein Magnet, letztes Jahr ist die
Investition um gut 70% gestiegen. Zum grössten Teil werden die Einnahmen
durch die Textilindustrie gewonnen. Neben Fabriken sind in diesem
Industrigebietauch Wohngebiete mit Hochhäusern angesiedelt. Danach haben
wir uns noch das dazugehörige Geschichtsmuseum angesehen.
Nächste Station: Ein Freigelände Spielplatz! Einundeinehalbe Stunde
haben wir uns Bvergnügt, sind im Bambuswald gewesen; es wurde
geschaukelt, balanciert und geklettert, was das Zeug hält. Um 16:00 Uhr
massten wir dann leider die Rückreise zur Schule antreten, von der aus
dann alle Schüler mit ihren Austauschpartnern nach Hause sind.
Tagesprotokollant: Julia und Jasmin
Tag 11: Samstag, den 23. Oktober 2004
Am Morgen trafen wir uns um 6:45 Uhr mit den AustauschschülerInnen vor
dem Gymnasium No.5, um die Koffer in den Bus zu laden. Zur
Verabschiedung trafen sich noch einmal alle beteiligten LehrerInnen und
SchülerInnen im Konferenzraum. Dort hielten sowohl der Schulleiter als
auch Herr Reinhardt eine Rede. Die Chinesen schenkten zum Abschied jedem
deutschen Schüler ein Tuch und Postkarten von Hangzhou.
Gegen 7:40 Uhr fuhr der Bus dann ab. Nicht nur uns, auch unseren
Austauschpartnern fiel der Abschied schwer. Auf der Busfahrt nach
Shanghai schliefen fast alle.
Am Airport kamen wir bereits um 10:10 Uhr an, sodass wir viel Zeit zum
Einchecken hatten und uns auch noch mit Getränken und natürlich
Pomellos, die wir hier kennengelernt hatten, eindecken konnten. Bei der
Gepäckkontrolle mussten Terach und Katja leider den von den Gastfamilien
mitgegebenen Wein zurücklassen. Mit etwas Verspätung flogen wir um 13:45
Uhr ab, landeten in Yichang um 15:30 Uhr, wo wir direkt mit dem Bus zum
Hotel weitergefahren wurden.
Unterwegs sahen wir sogar Wasserbüffel, so dass Her Brosius seine Wette
mit Frau Ulbrich verlor. Da das Gepäck erst später im Hotel ankam,
gingen wir nach der Zimmeraufteilung gegen 17:30 Uhr zu Fuss in ein nahe
gelegenes Restaurant zum Essen. Natürlich lehnten wir das Besteck ab!
Der restliche Abend stand zur freien Verfügung. In Gruppen zu viert
machten sich also alle SchülerInnen auf, die Stadt zu erkunden, ein
Internetcafe zu suchen, den nächstbesten McDonald's zu besuchen oder
einzukaufen. Bis 22:00 Uhr mussten alle wieder im Hotel sein, allerdings
kamen die meisten schon vorher, um ihr Gepäck in die Zimmer zu bringen.
Obwohl fast alle sehr müde waren, schliefen in dieser Nach viele nicht
so gut - die chinesische Karaoke in der Etage über uns nahme einfach
kein Ende ...
Tagesprotokollant: Katja
Tag 12: Sonntag, den 24. Oktober 2004
Am Sonntag konnten wir endlich mal weder etwas länger schlafen, da wir
erst um 8:30 Uhr im Hotel gefrühstückt haben.
Nach einer kleinen Diskussion mit dem Hotelpersonal über die Bazahlung
von benutztem Duschgel sind wir dann ums ca. ):45 Uhr mit dem Bus in
Richtung des Dreischluchten Staudamms aufgebrochen.
Während der rund 50 minütigen Fahrt erfuhrenwir von Mr. Wang, unserem
deutschsprachigen Führer, einiges über Yichang und Umgebung, aber auch
über den Staudamm: Yichang war schon frührer ein wichtiger
Umschlagsplatz, da zu dieser Zeit Flüsse wie der Jangtze die einzige
Transportmöglichkeit darstellten. Der Jantze ist der längste Fluss der
Welt. Ober-, Unter- und Mittellauf haben eigentlich drei verschiedene
Namen, doch ausserhalb Chinas hat sich der Name Jangtse, aber auch
Jangtskiang, was so viel bedeutet wie "langer Fluss" etabliert. Der
Wasserspiegel des Flusses schwankt je nach Jahreszeit und der Mittellauf
des Flusses ist auch häufig von Überschwemmungen betroffen. Aus wenn der
Jangtze teilweise aufgrund von Untiefen schwar zu beschiffen ist,
so war er doch frührer die einzige Möglichkeit, Güter und Waren nach
Yichang oder weiter in den Westen Chinas zu befördern. Heute spielt das
nicht mehr eine grosse Rolle, doch jetzt gewinnt Yichang aus einem
anderen Grund an Bedeutung: ca. 30 km von der Stadt entfernt entsteht
der grösste Staudam der Welt: Der Drei- Schluchten- Staudamm. Daher ist
Yichang in den letzten Jahren zu einer Kleinstadt mit ca. 1,2 Mio
Einwohnern herangewachsen. Dadurch entstehen viele Kontakte ins Ausland,
so zum Beispiel zu der deutschen Partnerstadt Ludwigsburg. Der Staudamm
lockt Touristen aus aller Welt nach Yichang. Und auch wir besuchten die
mit ca. 15km2 grösste Baustelle der Welt. Nach einem kurzen Halt in der
Nähe des Schiffshebewerkes fuhren wir, während unser Führer die
Formulare zur Besichtigungserlaubnis abholte, zu einem Aussichtspunkt,
von dem aus man direkt auf die Staumauer blicken konnte. Mit dem Bau des
Staudammes wurde 1993 begonnen. Er soll 2009 vollendet sein. Daher ist
auch die Staumauer noch nicht fertig. Trotzdem war es schon jetzt
beeindruckenddd zu sehen, wie die Wassermassen aus den Scleusen
herausschossen!
Im Anschluss fuhren wir zum höchsten Punkt der Baustelle, von wo man das
ganze Gelände hätte überblicken können, wenn es nicht so diesig gewesen
wäre. Nachdem uns Mr. Wang anhand eines Modells den Aufbau des
Staudammes erklärt hat, hielten Katja und Ich auch endlich unser
Referat.
Wir schauten uns alle noch ein bisschen um und fuhren dann mit dem Bus
zurück in Richtung Yichang. Dort assen wir in dem selben Restaurant zu
Mittag, wo wir auch schon am Abend zuvor gegessen hatten. Da unser Zug
erst um 16:50 Uhr fuhr, hatten wir noch Zeit, um in Kleingruppen in
Yichang bummeln zu gehen. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Bahnhof und
stiegen in den Zug. Nach einigem "Tohuwabohua" hatte dann auch
endlichjeder ein Liegewagenabteil gefunden und wir verbrachten den Rest
des Abends damit, Chinesische Dosensuppen zu essen, Pomelos zu killen
oder Gitarre spielen zu lernen. Auch wenn der Zug einer der ältesten
war, wie Herr Reinhardt sagte, und auch dementsprchend komfortabel war,
hatten wir alle viel Spass!
Tagesprotokollant:
Polly
Tag 13: Montag, den 25. Oktober 2004
Gegen 7:30 Uhr ist der Grossteil im Zug aufgewacht. Einige frühstückten
Obst, Kekse oder Bechersuppe. Das Wetter war merklich kühler, was man am
geöffneten Fenster merkte.
Gegen
10:00 Uhr kamen wir in Xi'an an und draussen vor dem Bahnhof erwartet
uns ein typisch chinesisches Gewusel.
Im Bus angekommen, machtenwir eine Stadtrundfahrt, in der uns Herr Li,
unser Führer, unter anderem erklärte, dass Xi'an eines der
Haupttouristenziele in China ist, weil es zu den historisch wertvollsten
Städten zählt.
Xi'an
übersetzt heisst " Westlicher Frieden". Die Stadt hat 7,5 Millionen
Einwohner und gehört zu den bevölkerungsdichtesten Städten Chinas. Der
Verkehr ist dementsprechend chaotisch. Aber ab 2006 wird mit dem Bau der
U- Bahn begonnen.
Im Moment war hier Nebel- und Regenzeit, die von Juli bis November
andauert. Herr Li wies uns auch auf die drei Superlative Chinas hin:
1. 1,3 Nrd. Einwohner
2. Die meisten Fahräder
3. Die meisten Fälschungen
Das Symbol
der Stadt, der Glockenturm, ist der grösste Chinas und an ihm krenzen
sich die vier Hauptstrasse der Stadt ( Nordstrasse, Oststrasse, ... ).
Xi'an war 13 Dynastien lang Hauptstadt; zwischenzeitlich war die Bedeutung
Xi'ans als kulturelles Zentrum und als Handelszentrum so hoch, dass man
ihre Wichtigkeit an der Grösse der Strassen erkennen konnte: die
Hauptstrasse war 155 m breit.
Diese vier Strassen führen auch zu den vier Stadttoren und wir fuhren zu
dem Südtor. Von dort gingen wir gegen 11:00 Uhr auf die Stadtmauer die
14 km lang und rechteckig ist. Die Stadtmauer wurde zwischen 1370 und
1380 in der Ming Dynastie gebaut und zählt zu den besterhaltensten
Festungen der Welt.
Um 11:45 Uhr fuhren wir zum Essen, was sehr gut war. Nach dem Essen fuhren
wir zum Hotel, wo wir 2 Stunden zur freien Verfügung hatten.
Um 15:15 Uhr
fuhren wir mit dem Bus zum Beginn der Seidenstrasse. Herr Li erzählte
uns von den zwei bedeutendsten Personen in der chinesischen Geschichte:
Mao Zedong und Kaiser Qing, der 221 v. Chr. China einte. Ausserdem von
den vier bedeutendsten chinesischen Erfindungen: Schiesspulver, Papier,
Kompass und Seismosgraph.
Nach kurzer Zeit erreichten wir das Denkmal, dass an den Beginn der 5.000
km langen Seidenstrasse erinnert, wo wir einige Fotos machten.
Um 16:20 Uhr fuhren wir zu grössten Moschee von Xian, die zu den vier
grössten Chinas zählt. In Xi'an alleine gibt es 16 und in ganz China
35.000 Moscheen, was an den 22 Millionen Muslimen liegt, die in China
sehr gut integriert leben. Die Moschee wurde um 742 gebaut und hat eine
Gesamtgrösse von 12.500 m2.
Danach hatten wir bis 21:00 Uhr Freizeit, um Xi'an ein wenig selbst zu
erkunden.
Tagesprotokollant: Felix
Tag 14: Dienstag, den 26. Oktober 2004
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Tag 15:
Mittwoch, den 27. Oktober 2004
An diesem Tag geschah eigentlich so gut wie nichts. Es war der Tag, an dem
wir von Xi'an nach Luoyang gefahren sind. Und er begann eindeutig zu
früh. Schon um sieben Uhr mussten die Koffer auf dem Flur stehen, weil
sie vom Hotel aus abgeholt wurden und separat nach Luo Yang verfrachtet
wurden, was bei dem enormen Gewicht des Gepäcks für einige doch eine
grosse Erleichterung war und uns ein bisschen Freiraum verschaffte! Wir
haben also gefrühstückt und mit offenen Augen vor uns hingeträumt, bis
wir um 9:35 Uhr mit dem Bus zum Bahnhof gefahren sind. Und schon eine
Stunde später sassen wir im Zug. Auf den ersten Blick sah es in unserem
Wagon auch gar nicht so schlecht aus: Schöne Sitze mit blauen Bezügen,
Tische am Fenster, auf denen wir ein paar Kleinigkeiten abstellen
konnten und über den Sitzen konnten wir unsere Rucksäcke verstauen. Aber
im Lauf der Stunden wurde es zunehmend unbequemer. Mir persönlich war es
irgendwann zu eng, es gab keine Lehnen, auf denen man die Arme abstützen
konnte und nirgendwo konnte man den Kopf hinlegen. Aber trotzdem ist
Zugfahren schon interessant. Nicht nur, wegen der Landschaft, die an
einem vorbeirast, auch im Zug pasieren viele Dinge. In regelmässigen und
kurzen Abständen gingen Frauen durch den Zug, die Obst, Süssigkeiten,
Getränke und unsere allseits beliebten Fertigsuppen verkaufen. Aber das
non plus ultra dieser Zugfahrt war sicherlich der Mann, der alles als
sozusagen Souvenirs zu Geld machte. Er verkaufte wirklich die albernsten
Sachen und der Leuchtkugelschreiber, den Herr Reinhardt kaufte, und der
in verschiedenen Farben beim Schreiben leuchtet, war sicherlich noch
eins der Dinge, die man im Alltag gebrauchen kann. Selbstverständlich
konnte man auch mit ihm handeln. Das einzige, was die Fahart ein wenig
störte, war eine Gruppe aufdringlicher Chinesen, an denen man auf dem
Weg zum (Steh-) Klo zwangsweise vorbei musste.
Um viertel
vor fünf kamen wir dann in Luo Yang an und fuhren zum Hotel. An diesem
Abend machten wir eigentlich nicht mehr viel. Wir gingen zusammen zum
Essen, nachdem wir eingecheckt hatten und unsere Koffer, die tatsächlich
alle angekommen waren, in Empfang genommen hatten. Anschliessend gingen
wir in Gruppen durch den Ort. Die meisten von uns zu einem Internetcafe
und andere auf der Suche nach Obst und ähnlichen essentiellen Dingen.
Tag 16:
Donnerstag, den 28. Oktober 2004
... stand das Shaoling Kloster mit Kung Fu Vorführung auf dem Programm.
Morgens gab es erst mal um 7:30 Uhr Frühstück und eine 3/4 Stunde später
sind wir dann mit dem Bus abgefahren. Für unseren Guide, Herrn Tian war
es ein besonderer Tag, weil seine Eltern ihren 40. Hochzeitstag
feierten. Da es in China üblich ist, dass der Sohn seinen Eltern eine
Freude machen wollte, kamen sie einfach mit.
Auf dem Weg zum Kloster erzählte Herr Tian etwas über die Stadt Luoyang.
Der Name bedeutet " am südlichen Ufer des Luo Fluss". Sie liegt in der
Provinz Henan und hat ca. 1,2 Mill. Einwohner. Früher war Luoyang sogar
die Hauptstadt und hat in 9 Dynastien 180 Kaiser erlebt. Vor dem
Bürgerkrieg galt die Stadt als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum.
Heute ist Luoyang als Industriestadt bekannt, vor allem gibt es dort
Bergbau, Kugellager- und Traktorfabriken. Das Shaolin Kloster, zum dem
wir fuhren, ist die Heimat des Kung Fu. Herr Tian erklärte, dass Shao
jung und Lin Wald bedeutet. Im Jahr 527 gab es den Mönch Buddhidarma,
der den Zen Buddhismus verbreiten wollte. Er lebte erst zehn Jahre in
einer Höhle im Berg, wo er verschiedene Tiere beobachtete und ihre
Bewegungen nachmachte. Dadurch entstand Kung Fu. Später gründete er dann
ein Kloster, in dem in der Tang Dynastie bis zu 2000 Mönche lebten.
Heute wird
das Kloster, das am Fuss des Shong Shan liegt, von 2 Mill. Menschen im
Jahr besucht; davon sind ca. 2000 ansländische Besucher, die sich
besonders für Kung Fu interessieren.
Um 10 Uhr kamen wir am Eingang des Klosters an. Von da aus sind wir zu
Fuss zum Pagodenwald gelaufen und kamen auf dem Wegn dorthin an Kung Fu
Kämpfern vorbei, die auf den Trainingsplätzen am Üben waren. Es war sehr
beeindruckend, die vielen Mönche zu sehen, von denen einige noch sehr
jung waren. Nur fünf Prozent aller Shaoling Schüler sind Mädchen und wir
haben nur drei gesehen.
Im
Pagodenwald zeigte Herr Tian uns einige Pagoden, die als Gräber für die
Verstorbenen Mönche dienen. Je höher eine Pagode ist, desto mehr Erfolge
hat ein Mönch in seinem Leben gehabt. Daneben stehen Stelen, auf denen
der Lebenslauf der Toten eingraviert ist. Die älteste Pagode im Wald
stammt von 791 n. Chr. aus der Tang-Zeit. Eine andere Pagode war nach
Osten gerichtet und gehörte einem Kindermönch, der im Paradies ein
langes Leben haben sollte. Nachdem wir durch den Wald gegangen waren,
haben wir am Eingang ein Gruppenfoto gemacht, das ein Geschenk für die
Eltern von Herr Tian war. Danach bekamen sie von uns noch "Hoch soll'n
sie leben" gesungen, während uns die anderen Besucher noch mehr als
sonst anstarrten.
Endlich sind wir dann zum Kloster gegangen. Am Eingang standen die zwei
Wächter Hen und Ha mit aufgerissenem Mund und Schwertern, die die vier
Himmelskönigenhalle bewachen sollten.
Ausserdem
findet man hier wie üblich die vier Kämpfer mit dem Instrument, dem
Schwert, dem Regenschirm und der Schlange. Danach kamen wir in einen Hof
mit zwei Glockentürmen, in denen man die Glocken 108 mal schlagen muss,
damit alle Sorgen weg sind.
In der Grossen-Helden-Halle, die auf den Hof folgte, sahen wir einen
indischen Prinzen mit seinen vier Schülern, wovon nur einer den Buddha
versteht und lacht. Im Buddhismus gibt es eine bestimmte Rangfolge: Erst
kommt der Mönch, dann der Ahaten, der Buddhisatva und die höchste
Position hat der Buddha. Wenn man auf eine besondere Weise handelt, kann
man in eine der höheren Stufen aufsteigen.
Darauf folgte die Hinterhalle mit einem weissen Jadebuddha, die früher
eine Bibliothek war und 1928 zerstört wurde. Dahinter befandd sich ein
Pavillon, den der Buddha früher zum lesen genutzt hat. Einer seiner
Schüler wollte unbedingt aufsteigen und hat so lange vor der Halle im
Schnee gestanden, bis der Buddha herausgekommen ist. Der Schüler fragte
ihn ob er sein Nachfolger werden könnte, worauf der Buddha meinte, das
könne er erst, wenn der Schnee sich rot färben würde. Ohne zu zögern,
schnitt sich der Schüler den Arm ab und das Blut floss in den Schnee.
Seitdem wird er immer ohne den linken Arm dargestellt.
Im letzten
Gebäude, der Kung Fu Halle, zeigte Herr Tian uns die 48 Bodenlöcher, die
durch die Kämpfe in den Boden gekommen sind und die kostbaren
Wandmalereien.
Danach gingen wir zum Mittagsessen in eine Halle, wo im Hintergrund ein
Fernseher mit Kung Fu Kämpfern lief. Um halb zwei kamen wir dann endlich
zum Highlight des Tages: der Kung Fu Vorführung. Die Mönche
präsentierten eine beeindruckende Show. Sie sprangen durch die Luft und
verbogen ihren Körper in die schmerzhaftesten Stellungen,
zerschmetterten Eisen- und Holzstangen.
Anschliessend sind wir in einen Laden für Schwerter, Dolche und sonstige
Waffen gegangen und einige von uns haben auch was gekauft.
Auf dem Weg
zurück zum Bus sind wir noch mal an den Traningsplätzen und diesmal auch
an der Schule vorbeigegangen. Die Schüler sassen hinter Gitterfenstern
in einem kahlen Raum und mussten lernen.
Andere, die
noch sehr jung waren, waren gerade dabei, zu trainieren. Auch die, die
erst vier oder fünf Jahre alt waren, machten schon mit. Obwohl wir
bestimmt noch länger hätten zusehen können, sind wir dann zum Bus
gegangen. Ganz spontan haben wir dann auf dem Rückweg noch ein einem
Dorf angehalten, um uns das Leben der Chinesen anzugucken. An einer
Mauer hingen Plakate für die Ein- King-Politik, überall lag Müll auf den
Strassen und Reste von Maiskolben. Die Häuser sahen grösstenteils
zerfallen aus und weiter hinten auf dem Feld haben die Leute
Winterweizen angebaut. Es gab auch einen kleinen privaten Kindergarten
in dem Dorf für ca. 30 Kinder, den wir uns auch von innen angeguckt
haben. Auf der Strasse zeigte uns eine Frau, wie man aus einem Haufen
Kohle mit einer Maschine runde Brickets herstellt. Das das Dorf nicht
sehr gross war, waren wir schon in zehn Minuten durch und sind mit dem
Bus zurück in Hotel gefahren, wo wir den Abend zu freien Verfügung
hatten.
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